
Art Brut
Mit dem Begriff Art Brut kann man seit einigen Jahren nicht mehr nur die "outsider art" von psychisch Kranken oder Gefängnisinsaßen assoziieren, sondern auch die Band Art Brut. Die ausgefallenen Indierocker haben sich nach eben jener Kunst der gesellschaftlich Marginalisierten benannt.
Der Name Art Brut, der in Bezug auf die Band übrigens weder französisch, noch englisch, sondern deutsch ausgesprochen wird, steht für das Selbstverständnis der Band, insbesondere des Frontmans Argos. Sie sind exzentrisch, (selbst)ironisch, witzig und frech und nehmen die Seriosität und Konvention ihrer Indie-Kollegen durchaus ein wenig auf die Schippe.
Drei Jahre nach der Bandgründung brachten Art Brut 2006 ihr Debutalbum Bang Bang Rock & Roll auf den Markt. Darauf sind eindeutig die Einflüsse Argos erkennbar, zu denen die Band Pulp und der Singer/Songwriter Jonathan Richman gehören. Gegenstand der Songs von Art Brut ist das Alltägliche. Tagebuch-Notizen Eddie Argos werden zu Songtexten und der Alltag damit zur kreativen und künstlerischen Basis der Band.
Bang Bang Rock & Roll wurde von MusikkritikerInnen vor allem aus England und Deutschland mehr als positiv aufgenommen. Diese begannen dann auch, so wie es im Musikjournalismus üblich ist, den Stil Art Bruts zu kategorisieren. In welche Schublade sie nun gesteckt werden, ob New British Wave bzw. Art Wave (dazu werden u.a. Franz Ferdinand und Bloc Party gezählt), New Cross, Noise Rock oder Post Punk kümmert die Band rund um Eddie Argos wenig. Denn wenn es nach ihnen geht, lässt sich ihre Musik nur sehr schwer definieren und schon gar nicht irgendwohin zuordnen.
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