
Laura López Castro & Don Philippe
Es gibt in der Musik Dinge, die einfach unglaublich sind: Nehmen wir Donzdorf beispielsweise, eine Kleinstadt auf der schwäbischen Alb. Ausgerechnet aus diesem Kaff kommt mit Nuclear Blast eines der erfolgreichsten Metal-Labels der Welt. Und gleich ein Dorf weiter, in Salach wuchs Laura López Castro auf und bringt damit Brasilien in eine Gegend, in der es gerne noch im Mai nachtfröstelt.
Kann das Zufall sein? Die einen wollen die qualvolle Spießigkeit mit Terrorlärm kontern, die andere hat sich entschieden, die Kargheit der Gegend mit tieftraurigen südamerikanischen Songs zu konterkarieren. Zusammen mit dem Gitarristen Don Philippe von Freundeskreis hat sie mittlerweile ihre dritte Platte produziert Optativo
Natürlich ist auch dieses Album wieder von brasilianischer Musik beeinflusst, genauer: von Victor Jara, Atahualpa Yupanqui und der Musik, die Ende der 50er Jahre in Rio de Janeiro als Reflex auf den amerikanischen Jazz entwickelt wurde. Was man aber nun hört, sind Klänge aus dem Hochland Südamerikas, die die beiden Musiker in einen urbanen Kontext gesetzt haben, also eine völlig eigensinnige Komposition.
Entstanden sind zehn Songs, die sie im Vergleich zu den letzten Alben einige Anstrengung gekostet haben dürften und die dennoch so unangestrengt daher kommen, als würde sie ein Nachmittagswind über die Pfirsichfelder in der katalanischen Provinz wehen. Die spanischen Texte sind von einer verstörenden und eigensinnigen Poesie, die den Gefühlen wortgewandt beikommt, um sie dann, weil die Suche niemals aufhören kann, wieder in eine dunkle und unbekannte Nacht zu entlassen.
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