
41.Deutsches Jazzfestival
Think global, act local! – Der Jazz hat sein Zentrum verloren: War Nordamerika zunächst der Nabel der Jazzwelt, hat später das alte Europa dem Jazz ein neues Gesicht gegeben, so hat sich der Jazz im Zuge der Globalisierung längst über den ganzen Erdball verstreut. Ein paradoxer Effekt hat sich dabei ergeben: Je mehr die Welt zu einem globalen Dorf wird, um so wichtiger werden lokale Kulturen. Je stärker sich der Jazz zur Weltmusik entwickelt, umso mehr wachsen regionale Dialekte und Kolorite dieser Improvisationskunst.
Der japanisch-hawaiianische Ukulelen-Virtuose Jake Shimabukuro versöhnt nicht nur Chick Corea mit Michael Jackson, sondern schöpft auch aus der Folklore des polynesischen Kulturraums. Ein weiterer Viersaiter, der Mandolinen-Artist Sam Bush, wildert durch die Bluegrass-Steppe des amerikanischen Westens, wenn er als Special Guest in der Band des Saxophonisten Bill Evans auftritt oder mit Shimabukuro jammt. Wie in diesem kulturellen Kontext das afrikanische Perkussionsensemble um Lansiné Kouyaté und David Neerman wirkt, wird der Samstagabend des Festivals zeigen.
Weitere Projekte innerhalb des Themenschwerpunkts: Die hr-Bigband lässt sich von Tuva-Musik aus der Mongolei inspirieren. Die Kinsmen, ein Septett um die indische Saxophon-Legende Kadri Gopalnath und den New Yorker Altisten Rudresh Mahanthappa, verbindet traditionelle südindische Musik mit westlicher Improvisation. Der Tenorsaxophonist Tony Lakatos lässt mit seinem Projekt Gypsy Colours die Musik der ungarischen Sinti und Roma in ungewohntem Sounddesign aufleben.
Doch es geht nicht nur um Jazz im globalen Dorf. Obwohl die Musik des britischen Saxophonisten Courtney Pine karibisch-haitianische Anklänge hat, verbeugt er sich vor der Oldtime-Jazzlegende Sidney Bechet. Auch das zweite Projekt der hr-Bigband huldigt einem Klassiker: Eric Dolphy. Für die Neuerfindung seines wegweisenden Spiels auf der Bassklarinette ist Rudi Mahall zuständig, unterstützt von der Berliner Pianistin Aki Takase. Den Bogen vom lokalen zum globalen Jazz schlägt der Bassist Stephan Schmolck, Urgestein der Frankfurter Szene, mit seinem eigens formierten Sextet Harm-o-troniX.
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hr-Sendesaal, Frankfurt, 30.10.2010
ich war positiv überrascht von der tollem ambiance. der einlass war zügig, das catering hervorragend, die konzerte sensationell! gerne wieder!
hr-Sendesaal, Frankfurt, 30.10.2010
Mehr gibt es da eigentlich nicht zu sagen. Insbesondere das abschließende Zusammenspiel von Jake Shimabukuro mit Bill Evans Soulgrassers war ein Genuss, den man in dieser Konstellation (leider) nicht auf CD erhalten kann.
hr-Sendesaal, Frankfurt, 29.10.2010
Der erste Act des Abends, 'Tony Lakatos Gipsy Colours' war für mich die positive Überraschung. Da war ich im Vorfeld doch eher zurückhaltend optimistisch, was mich wohl erwarten würde. Das, was ich zu hören bekam war mitreissend, anspruchsvoll und dem Anlass voll angemessen. Das zweite Set, die Musik von Eric Dolphy feat. Aki Takase und Rudi Mahall war mein persönlicher Höhepunkt des Festivals. Hier wusste ich, was mich erwarten würde und diese Erwartungen wurden auch voll erfüllt. Hervorzuheben wären hier auch die hervorragenden Soli der Mitglieder der hr-bigband, die den Stil von Eric Dolphy voll assimiliert hatten. Tja der dritte Act, Kinsmen feat. Kadri Gopalnath & Rudresh Mahanthappa, damit hatte ich und vielleicht auch ein Teil des Publikums dann doch noch meine Probleme. Nicht mangels musikalischer Qualität, aber das 'ewige' Question - Answer Spiel war etwas zu langgezogen und erklärte dann vielleicht auch den für Freitag eher untypischen Zuschauerschwund gegen Ende der Veranstaltung. Aber was hätte man hier ändern können? Diesen Act an den Anfang des Abends gestellt, hätte möglicherweise den anderen unrecht getan. Trotzdem immer noch ein Abend, der die Note 'sehr gut' verdient.
hr-Sendesaal, Frankfurt, 29.10.2010
Eine Spitzenveranstaltung mit Ausnahme-Musikern. Sehr gut zusammengestellt, perfekt inszeniert, schönes Motto mit guter Umsetzung (think global, act local) und auch eine gute Organisation im hr Sendesaal betreffend Parken, Essen und Trinken, An- und Abfahrt. Ich werde auf jeden Fall im nächsten Jahr wieder dabei sein.
hr-Sendesaal, Frankfurt, 28.10.2010
Es war ein super Programm, abwechslungsreich mit hervorragenden Künstlern. Die Verknüpfung der mongolischen Steppe mit der HR-Bigband war aus meiner Sicht ein echtes Highlight. Ob drei verschiedene Ensembles mit insgesamt 1 h Umbaupause an einem Do-Abend noch ankommen, muss jeder selbst entscheiden.
hr-Sendesaal, Frankfurt, 28.10.2010
Ich war d. J. leider nur am Donnerstag da. Die Aufführungen am Donnerstag Abend haben mir sehr gefallen. Besonders die BigBand. Die Band von Courtney Pine hat für meinen Geschmack ein bißchen zu viel Show betrieben. Samstag Abend habe ich im Radio verfolgt und muss leider sagen, dass ich froh war keine Karte mehr bekommen zu haben. Ich habe mich stellenweise gefragt, was das noch mit Jazz zu tun hat.
hr-Sendesaal, Frankfurt, 28.10.2010
Stephan Schmolck Harmotronix: sehr stark, originell, besonders Drummer und Acc Tuvabohu hr-bigband: Bringt Begeisterung gut rüber, energiegeladen und harmonisch gut abgestimmt Courtney Pine: Manirierter Geschwindigkeitsrausch, zu soloverliebt. Faxenmacher
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